Was ist Joomla?
Joomla ist ein freies und quelloffenes Content-Management-System zur Veröffentlichung von Webinhalten. Inhalte, Menüs, Module, Komponenten, Plugins und Templates werden getrennt verwaltet. Das Rechtesystem erlaubt unterschiedliche Benutzerrollen. Für die Einwilligungsverwaltung ist entscheidend, dass externe Verbindungen aus mehreren dieser Bausteine stammen können.
Warum die Einwilligungsverwaltung bei Joomla besonders geprüft werden muss
Bei Joomla können externe Dienste an mehreren Stellen eingebunden werden: Templates, Module, Komponenten, Plugins, benutzerdefinierte HTML-Module und eingebettete Inhalte. Deshalb reicht es nicht, nur nach sichtbaren Bannern oder Cookies zu suchen. Entscheidend ist, welche externen Server beim Seitenaufruf tatsächlich kontaktiert werden und welche Informationen im Browser gespeichert oder ausgelesen werden.
Eine sinnvolle Bestandsaufnahme trennt die Kernfunktion der Website von zusätzlichen Funktionen. Navigation, redaktionelle Texte und grundlegende Formulare sollen in der Regel auch dann funktionieren, wenn ein Besucher optionale Analyse-, Werbe- oder Medienangebote ablehnt.
Praxisbeispiel
So gehen Sie bei der Einrichtung vor
- Erfassen Sie zunächst alle Erweiterungen, Vorlagen, eingebetteten Inhalte und externen Dienste, die in Joomla verwendet werden.
- Notieren Sie bei jedem Dienst, welchen Zweck er erfüllt, welcher Anbieter beteiligt ist und an welcher Stelle er geladen wird.
- Prüfen Sie, ob der Dienst für eine ausdrücklich gewünschte Kernfunktion benötigt wird oder ob er nur zusätzliche Analyse, Werbung, Komfort oder externe Medien bereitstellt.
- Binden Sie PrivacyBox oder eine andere geeignete Einwilligungsverwaltung so ein, dass optionale Dienste vor der vorgesehenen Freigabe nicht gestartet werden.
- Testen Sie nicht nur „alles akzeptieren“, sondern auch vollständige Ablehnung und einzelne Freigaben. So werden falsche Zuordnungen sichtbar.
- Wiederholen Sie die Prüfung nach Aktualisierungen, neuen Erweiterungen und Änderungen an zentralen Vorlagen.
Was Sie im Browser kontrollieren sollten
Öffnen Sie die Seite in einem frischen privaten Fenster und laden Sie sie zunächst ohne Auswahl im Einwilligungsdialog. Prüfen Sie in den Entwicklerwerkzeugen den Bereich Netzwerk sowie Cookies, lokalen Speicher und Sitzungsspeicher. Nach einer Ablehnung sollten optionale Dienste weiterhin inaktiv bleiben. Danach können einzelne Kategorien freigegeben und die Unterschiede verglichen werden.
Wichtig ist dabei die Ursache: Taucht eine unerwartete Verbindung auf, suchen Sie nicht nur im sichtbaren Seiteninhalt. Prüfen Sie auch Templates, Module, Komponenten, Plugins, benutzerdefinierte HTML-Module und eingebettete Inhalte. Gerade dort entstehen häufig Einbindungen, die bei einer rein visuellen Kontrolle übersehen werden.
Was rechtlich dahintersteht
Das Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetz (TDDDG) schützt unter anderem Informationen auf Endeinrichtungen. § 25 TDDDG verlangt grundsätzlich eine Einwilligung, wenn Informationen im Gerät gespeichert oder bereits gespeicherte Informationen ausgelesen werden. Ausnahmen nennt § 25 Abs. 2, etwa für Vorgänge, die unbedingt erforderlich sind, um einen ausdrücklich gewünschten digitalen Dienst bereitzustellen.
Werden zusätzlich personenbezogene Daten verarbeitet, ist die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zu prüfen. Art. 6 DSGVO nennt mehrere Rechtsgrundlagen, darunter Einwilligung, Vertragserfüllung, rechtliche Verpflichtungen und berechtigte Interessen. Eine technische Kategorie wie „Statistik“ entscheidet also nicht automatisch über die Rechtsgrundlage.